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Posts mit dem Label "Didaktik" werden angezeigt.

Medienkompetenz für Lehrer und Lehrerinnen

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Es ist ein ungewohntes Bild. Fast ein bisschen, wie verkehrte Welt. Die LehrerInnen sitzen in den Reihen des Klassenraums ihrer eigenen Schule und warten wie die Schüler auf das, was jetzt kommt. Heute findet ein Modul der Seminarreihe "Medienkompetenz für LehrerInnen" statt, konkret "Überblick: Recht im Web". Dozent für die LehrerInnen ist heute Stefan Schwarz. Der Unternehmer führt in einer Unternehmensgruppe auch eine Medienproduktionsfirma und ist mit den rechtlichen Rahmenbedingungen der Branche vertraut. Er fragt die Erwartungen ab. Die LehrerInnen möchten Klarheit über Urheberrechte.   Zum Beispiel, welche Scripte oder Modelle sie aus dem Internet im Unterricht oder in Arbeitsgemeinschaften nutzen können. Darüber hinaus fragen sie nach dem Datenschutz bei der Veröffentlichung von Bildern.   In der Folge des Workshops geht es natürlich um diese Fragen. Die LehrerInnen erarbeiten sich gemeinsam mit dem Dozent aus vorbereiteten Vorlagen, Recherchen ...

Digitalisierung der Ausbildung: alles Plattform oder was?

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Wir sind in den letzten Wochen verstärkt von Unternehmen und Verbänden kontaktiert worden zu der Frage, wie denn unsere Erfahrungen mit Projekten zur Digitalisierung der Ausbildung aussehen und welche Plattformen eine Rolle spielen. Der erste Reflex vieler Ausbildungsunternehmen ist die Frage des zu erwartenden Nutzens und der Passfähigkeit der Digitalisierung in die vorhandene Ausbildungslandschaft. Aber eines dürfen wir nie vergessen: die Zielgruppe sind Mitglieder der Generation Z (mindestens jedoch Y).  Unsere Erfahrungen in Projekten zum digitalen Lernen (u. a. Audi AG, ThyssenKrupp Industrial Solutions, Steag ) besagen, dass der Schritt ins digitale Lernen durchaus komplex ist. 1. RICHTIG IST, dass, .. bisherige (formale und nichtformale) freie Bildungsportale von Jugendlichen selten freiwillig viral angenommen werden,  gleichzeitig besteht die Anforderung nach einer starken Verkürzung der Informationen (Inhalt), der Anforderungszeit und der Situation (Deman...

Was ist OER?

Ausbilder und Azubis aufgepasst! OER bedeutet "Open Educational Resources" und muss an dieser Stelle wohl nicht übersetzt werden. Es ist ein Bestandteil von Lernen-im-Netz und ein weltweit schon länger diskutiertes Thema. Im Prinzip geht es um lizenzfreie Lern-/Unterrichtsmaterialien. Wir kennen die "Creative Commons" schon länger aus den Kunstrichtungen Musik, Fotografie, etc. Nun also Lernmaterialien. Es gibt im Netz tausende sinnvoller (und weniger sinnvoller) freier Lernmaterialien, wie z. B. Apps, Plattformen, Programme. Dabei stellen sich zwei wesentliche Fragen: 1. Wie kann man einen sinnvollen Überblick erhalten und  2. Wie kann man die Qualität der Materialien beurteilen? Mit „Mapping OER – Bildungsmaterialien gemeinsam gestalten“ startete Wikimedia Deutschland bis Februar 2016 ein Modellprojekt zur “Vermessung” von Open Educational Resources (OER) in Deutschland. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF...

MOOC: Fluch oder Segen?

Was ist ein MOOC? Zunächst natürlich ein „massiv open online course“, zu deutsch: großer offener online Kurs. Diese Kurse haben auch in Deutschland eine gewisse Popularität erreicht und werden im Moment stark diskutiert. Dabei schwankt die Diskussion zwischen großer Euphorie und totaler Ablehnung. MOOCs sind Kurse, die von Anbietern, wie zum Beispiel Hochschulen, kostenfrei für Jedermann angeboten werden. Sie umfassen in der Regel ein Thema, welches durch Online-Vorlesungen (zumeist Videos), Literaturempfehlungen, Übungen und Tests vermittelt wird und in der Regel mit einer Online-Prüfung endet. MOOCs bauen auf der dezentralen Infrastruktur des Internets auf und stellen die persönliche Eigenverantwortung der Lernenden in den Mittelpunkt. Es erfolgt keine Betreuung durch die Organisatoren. Die Lernenden nutzen in der Regel das Internet durch Blogs und Foren, um sich untereinander über ihre jeweiligen Lernprozesse auszutauschen.  Jeder kann sich also tatsächlich z. B. an...

Berufsorientierung: Brauchen wir die 1:1-Betreuung?

Als einer der großen und erfahrenen Ausbilder im Beruf Mediengestalter/in Bild und Ton sind wir selbst mit der Thematik der Berufsorientierung vertraut. Zwischenzeitlich haben wir das Wissen in unterschiedliche Projekte eingebracht.  Eine Tendenz verstärkt sich seit etwa 2 Jahren enorm. Die Polarisierung zwischen den überdurchschnittlich engagierten Schülern, die ihre Berufswahl quasi wie "ein Projekt managen" und denen, die von den vielen Möglichkeiten geblendet (überfordert?) sind und trotz ihrer sprichwörtlich günstigen Position am Ausbildungsmarkt nicht zurecht kommen.  Die letztgenannte Gruppe hat einen immensen Informations- und Betreuungsbedarf durch wechselnde Absichten, klischee-hafte Vorstellungen u. a. Dieser Bedarf kann kaum noch mit Kleingruppen-Coachings abgedeckt werden. Nach unseren Erfahrungen waren wir überall da durchgehend erfolgreich, wo wir eine (zeitlich begrenzte) 1:1-Betreuung umgesetzt haben. Natürlich entstehen nun viele Fragen...

Technik und Kommunikation in der Ausbildung: Wird alles schlimmer?

Sie sind in aller Munde. Überall wird über sie gesprochen. Sie können nicht rechnen, sie können nicht lesen, sie können nicht schreiben und sie können nicht sprechen. So heißt es jedenfalls. Und es werden immer weniger. Unsere Jugend steckt in der technologischen Revolution. Was ist dran an dieser technologischen Revolution? Fast alle haben ein Smartphone, diese mystische Teil,  das so lange und direkt bei uns ist und täglich so häufig genutzt wird wie kein anderes technisches Gerät. Es ermöglicht Zugriff auf den Großteil menschlichen Wissens in Sekundenschnelle. Jugendliche verlieren die Fähigkeit, allein mit sich zu sein, einfach nur nachzudenken oder zu dösen. Wartezeiten werden mit dem Smartphone gefüllt. Aber eigentlich handelt es sich doch dabei um informelles Lernen, oder? Ja, es gibt durch diese Geräte weniger echte Unterhaltungen. Die sozialen Situationen zwischen zwei oder mehreren Menschen in der Kommunikation nehmen ab, dazwischen tritt die Technik. Das ist schade....

Neuland-Diskussion: Ist Angela Merkel eine Ausbilderin?

Wenn jemand von der aktuellen Politikergeneration  moderne Medien  einzusetzen weiß, dann ist es Angela Merkel. Mit ihrer Bemerkung, das Internet "sei doch für uns alle Neuland" hat sie (beabsichtigt oder nicht beabsichtigt) eine Diskussion eröffnet. Da waren  dann sofort die Twitterer, facebooker, und andere Nerds unterwegs, um der "Andersdenkenden" klarzumachen, wie gestrig sie doch sei. Keine 15 Minuten später schwollen die Server von Gegenargumenten. Fakt ist: 90% der Bevölkerung nutzen das Internet. Über 50% sind in sozialen Netzwerken. Fakt ist aber auch, dass die meisten von ihnen über die einfachsten Funktionen nicht hinauskommen, die gewaltigen Möglichkeiten noch gar nicht kennen. Die 90-9-1-Regel von Jakob Nielsen, nach der 90% der Nutzer in sozialen Netzwerken nur zuschauen, 9% ein bisschen mitmachen und nur 1% wirklich aktiv ist, könnte ein Abbild der Gesellschaft sein.  Was heißt das dann für die Berufsausbildung? Sicher sind auch hier 9...

Handlungskompetenz: wesentliches Element der Ausbildung

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Die Handlungskompetenz ist neben der Fachausbildung das wesentliche Element der dualen deutschen Berufsausbildung und zählt damit zu den Garanten der deutschen Qualitätsarbeit. Wenn die mediale Welt insbesondere bei Jugendlichen immer stärker in den Vordergrund rückt, muss das Einfluss auf die Ausprägung der Handlungskompetenz haben.  Der vorliegende Artikel ist auch im ibook-store für iPhone und iPad unter dem Titel "Handlungskompetenz in der Ausbildung" zu haben.  https://itunes.apple.com/de/book/handlungskompetenz-in-der/id626201156?mt=11